Zu wissen, wie man bei einem Hund eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführt, kann im Notfall über Leben und Tod entscheiden. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) ist eine lebensrettende Maßnahme, die helfen kann, einen Hund wiederzubeleben, dessen Atmung oder Herzschlag aufgehört hat. Dieser umfassende Leitfaden bietet Schritt-für-Schritt-Anleitungen und wichtige Informationen für eine effektive Durchführung.Herz-Lungen-Wiederbelebung bei einem Hundund erhöhen Sie ihre Überlebenschancen, bis Sie tierärztliche Hilfe erreichen können.
Erkennen der Notwendigkeit einer Herz-Lungen-Wiederbelebung
Bevor Sie mit der Wiederbelebung beginnen, ist es wichtig, den Zustand Ihres Hundes genau zu beurteilen. Achten Sie auf folgende Anzeichen, die darauf hinweisen, dass Ihr Hund sofort wiederbelebt werden muss:
- Nichtreaktion: Ihr Hund reagiert nicht auf seinen Namen oder seine Berührung.
- Atemstillstand: Keine sichtbare Brustbewegung oder Luft, die aus der Nase kommt.
- Fehlender Herzschlag: Sie können keinen Puls fühlen (überprüfen Sie die Innenseite des Oberschenkels).
- Blaues oder blasses Zahnfleisch: Dies weist auf einen Sauerstoffmangel hin.
Wenn Sie diese Anzeichen bemerken, beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Die Zeit drängt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Herz-Lungen-Wiederbelebung bei Hunden
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Auf Hindernisse prüfen
Öffnen Sie vorsichtig das Maul Ihres Hundes und suchen Sie nach Hindernissen wie Fremdkörpern oder Erbrochenem. Wenn Sie etwas sehen, versuchen Sie, es vorsichtig zu entfernen, ohne es weiter in den Rachen zu schieben.
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Positionieren Sie Ihren Hund
Legen Sie Ihren Hund auf die rechte Seite auf eine feste, flache Oberfläche. Diese Position ermöglicht eine optimale Brustkompression.
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Führen Sie eine Beatmung durch
Schließen Sie das Maul Ihres Hundes und bedecken Sie seine Nase mit Ihrem Mund, sodass eine Versiegelung entsteht. Geben Sie Ihrem Hund zwei Atemzüge, die jeweils etwa eine Sekunde dauern. Achten Sie darauf, dass sich der Brustkorb leicht hebt. Wenn sich der Brustkorb nicht hebt, positionieren Sie Ihren Hund neu und versuchen Sie es erneut.
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Führen Sie eine Herzdruckmassage durch
Suchen Sie den Druckpunkt. Bei den meisten Hunden ist dies die Stelle, an der der Ellenbogen beim Anwinkeln des Beins die Brust berührt. Bei Hunden mit tonnenförmigem Brustkorb drücken Sie über das Brustbein. Legen Sie Ihre Hände übereinander oder verwenden Sie bei kleinen Hunden und Welpen eine Hand.
Drücken Sie den Brustkorb auf etwa ein Drittel bis die Hälfte seiner Breite zusammen. Die Kompressionsfrequenz sollte 100–120 Mal pro Minute betragen (ähnlich dem Rhythmus des Liedes „Stayin‘ Alive“).
Geben Sie nach 30 Kompressionen zwei Beatmungen. Setzen Sie diesen Zyklus von 30 Kompressionen und zwei Beatmungen fort.
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Setzen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung fort und überwachen Sie
Setzen Sie die Wiederbelebung fort, bis Ihr Hund selbstständig atmet, Lebenszeichen von sich gibt oder Sie tierärztliche Hilfe erreichen. Überprüfen Sie alle zwei Minuten Puls und Atmung. Stellen Sie sich darauf ein, die Wiederbelebung über einen längeren Zeitraum fortzusetzen.
Anpassung der HLW an verschiedene Hundegrößen
Die Technik zur Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung variiert leicht je nach Größe Ihres Hundes:
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Kleine Hunde und Welpen
Drücken Sie mit einer Hand auf den Brustkorb. Sie können auch zwei Finger verwenden, um den Brustkorb über dem Herzen zu drücken. Gehen Sie behutsam vor und vermeiden Sie übermäßige Kraft.
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Mittelgroße und große Hunde
Drücken Sie mit beiden Händen auf den Brustkorb. Achten Sie darauf, dass die Kompressionen tief genug sind, um eine effektive Blutzirkulation zu gewährleisten.
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Hunde mit tonnenförmigem Brustkorb
Üben Sie die Kompression über dem Brustbein und nicht seitlich am Brustkorb aus. Dies liegt daran, dass seitliche Kompressionen aufgrund der Brustform weniger effektiv sind.
Wichtige Überlegungen während der HLW
Beachten Sie diese wichtigen Punkte, wenn Sie bei Ihrem Hund eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen:
- Rufen Sie um Hilfe: Lassen Sie, wenn möglich, sofort einen Tierarzt oder eine Tierklinik anrufen.
- Unterbrechungen minimieren: Vermeiden Sie unnötige Unterbrechungen der Thoraxkompressionen.
- Sicherer Transport: Wenn Ihr Hund wieder zu atmen beginnt, bringen Sie ihn so schnell und sicher wie möglich zum Tierarzt. Er benötigt weiterhin professionelle medizinische Versorgung.
- Berücksichtigen Sie die zugrunde liegenden Ursachen: Denken Sie an alle potenziellen Gefahren, die den Notfall verursacht haben, wie etwa Stromschlag oder Vergiftung.
Häufige Fehler, die Sie vermeiden sollten
Vermeiden Sie diese häufigen Fehler bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung bei einem Hund:
- Falsche Handhaltung: Sorgen Sie für eine wirksame Herzdruckmassage für die richtige Position Ihrer Hände.
- Unzureichende Kompressionstiefe: Die Kompressionen müssen tief genug sein, um die Blutzirkulation zu gewährleisten.
- Übermäßige Gewalt: Vermeiden Sie die Anwendung übermäßiger Gewalt, insbesondere bei kleinen Hunden und Welpen.
- Zu frühes Absetzen der Herz-Lungen-Wiederbelebung: Setzen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung fort, bis professionelle Hilfe eintrifft oder Ihr Hund eindeutige Lebenszeichen zeigt.
Nach der Wiederbelebung: Tierärztliche Versorgung ist unerlässlich
Auch wenn sich Ihr Hund nach der Wiederbelebung scheinbar erholt hat, ist sofortige tierärztliche Versorgung unerlässlich. Die Wiederbelebung ist eine vorübergehende Maßnahme, um Ihren Hund am Leben zu erhalten, bis er professionelle medizinische Hilfe erhält. Ein Tierarzt kann die zugrunde liegende Ursache des Notfalls feststellen, weitere Behandlungen einleiten und auf mögliche Komplikationen achten.
Der Tierarzt wird wahrscheinlich diagnostische Tests wie Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen durchführen, um das Ausmaß der Schädigung zu bestimmen und einen umfassenden Behandlungsplan zu erstellen. Ihr Hund benötigt möglicherweise eine Sauerstofftherapie, Medikamente oder andere unterstützende Maßnahmen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die empfohlene Herzdruckfrequenz für Hunde beträgt 100–120 Kompressionen pro Minute. Dies entspricht dem Rhythmus des Liedes „Stayin‘ Alive“.
Bei den meisten Hunden platzieren Sie Ihre Hände dort, wo der Ellenbogen bei gebeugtem Bein die Brust berührt. Bei Hunden mit tonnenförmigem Brustkorb drücken Sie über das Brustbein. Bei kleinen Hunden und Welpen verwenden Sie eine Hand.
Drücken Sie den Brustkorb auf etwa ein Drittel bis die Hälfte seiner Breite zusammen. Die Tiefe variiert je nach Größe des Hundes.
Geben Sie nach jeweils 30 Herzdruckmassagen zwei Beatmungen. Jeder Atemzug sollte etwa eine Sekunde dauern, und Sie sollten darauf achten, dass sich der Brustkorb leicht hebt.
Auch wenn Ihr Hund sich scheinbar erholt hat, bringen Sie ihn sofort zum Tierarzt. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung ist eine vorübergehende Maßnahme. Ihr Hund benötigt professionelle medizinische Hilfe, um die Ursache des Notfalls zu beheben und mögliche Komplikationen zu überwachen.
Bei der Herz-Lungen-Wiederbelebung können Verletzungen wie Rippenbrüche auftreten, insbesondere bei übermäßiger Krafteinwirkung. In einer lebensbedrohlichen Situation, in der Ihr Hund nicht atmet oder keinen Herzschlag hat, überwiegt der potenzielle Nutzen der Herz-Lungen-Wiederbelebung jedoch die Risiken. Etwas zu tun, auch wenn es nicht perfekt ist, ist besser als nichts zu tun. Befolgen Sie die Anweisungen sorgfältig und suchen Sie umgehend einen Tierarzt auf.
Häufige Gründe für eine Wiederbelebung bei einem Hund sind: Ersticken, Ertrinken, Stromschlag, schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie), Traumata (z. B. ein Autounfall), Vergiftungen sowie Herz- oder Atemwegserkrankungen. Das Erkennen der möglichen Ursachen kann Ihnen helfen, Notfälle besser vorzubereiten und proaktiv zu verhindern.