🐾 Um die Feinheiten der Hundegesundheit zu verstehen, muss man die entscheidende Rolle der Hormone für ihr allgemeines Wohlbefinden erkennen. Hormonschwankungen bei Hunden können ihr Verhalten, ihre körperliche Gesundheit und ihre Fortpflanzungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Die Identifizierung der häufigsten Ursachen dieser Ungleichgewichte ist entscheidend für eine rechtzeitige Diagnose und eine angemessene Behandlung.
Der Östruszyklus bei Hündinnen
Der Östruszyklus, auch Läufigkeitszyklus genannt, ist eine natürliche Hormonschwankung bei Hündinnen. Dieser Zyklus ist durch verschiedene Phasen gekennzeichnet, die jeweils durch spezifische hormonelle Veränderungen und körperliche Symptome gekennzeichnet sind. Das Verständnis dieser Phasen ist für eine verantwortungsvolle Tierhaltung und Zuchtführung unerlässlich.
- Proöstrus: Diese Anfangsphase dauert etwa 9 Tage und geht mit Schwellungen der Vulva und Vaginalausfluss einher. Der Östrogenspiegel steigt und zieht Rüden an, die Hündin ist jedoch noch nicht empfängnisbereit.
- Östrus: Die Hündin ist in dieser etwa neuntägigen Phase paarungsbereit. Der Östrogenspiegel sinkt und der Progesteronspiegel steigt. In dieser Phase findet der Eisprung statt.
- Diöstrus: Diese Phase dauert etwa 60–90 Tage, unabhängig davon, ob die Hündin trächtig ist oder nicht. Der Progesteronspiegel bleibt zunächst hoch und sinkt dann allmählich.
- Anöstrus: Dies ist die Phase der Fortpflanzungsinaktivität, die mehrere Monate dauert. Der Hormonspiegel ist auf seinem Ausgangsniveau.
Signifikante hormonelle Schwankungen während jeder Phase des Östruszyklus können zu Verhaltensänderungen wie erhöhter Unruhe oder Aggressivität führen. Der Zyklus findet typischerweise alle sechs bis zwölf Monate statt und variiert je nach Rasse und Hund.
Schwangerschaft bei Hunden
🤰 Eine Trächtigkeit bei Hunden führt zu erheblichen hormonellen Veränderungen, die die Entwicklung des Fötus unterstützen. Nach einer erfolgreichen Paarung steigt das Hormon Progesteron stark an, um die Gebärmutterschleimhaut zu erhalten und einen weiteren Eisprung zu verhindern. Diese hormonellen Veränderungen unterstützen die Tragzeit, die typischerweise etwa 63 Tage dauert.
Auch andere Hormone wie Relaxin werden produziert, um die Beckenbänder zu entspannen und die Hündin auf die Geburt vorzubereiten. Diese hormonellen Veränderungen können körperliche Veränderungen wie Gewichtszunahme, gesteigerten Appetit und eine Vergrößerung der Brustdrüsen verursachen. Eine angemessene tierärztliche Betreuung ist während der Trächtigkeit unerlässlich, um die Gesundheit der Hündin und der Welpen zu überwachen.
Hypothyreose bei Hunden
Hypothyreose ist eine häufige endokrine Erkrankung bei Hunden, die durch eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen gekennzeichnet ist. Die im Halsbereich gelegene Schilddrüse produziert Hormone, die den Stoffwechsel regulieren. Wenn die Schilddrüse nicht genügend Hormone produziert, führt dies zu einer Reihe von Symptomen, die verschiedene Körperfunktionen beeinträchtigen.
Häufige Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion sind Autoimmunthyreoiditis und idiopathische Schilddrüsenatrophie. Symptome können sein:
- Lethargie und verminderte Aktivität
- Gewichtszunahme ohne gesteigerten Appetit
- Haut- und Fellprobleme, wie Haarausfall und trockene Haut
- Kälteempfindlichkeit
Zur Diagnose werden üblicherweise Blutuntersuchungen zur Messung des Schilddrüsenhormonspiegels durchgeführt. Die Behandlung umfasst in der Regel die tägliche Gabe synthetischer Schilddrüsenhormone, um die normale Stoffwechselfunktion wiederherzustellen.
Cushing-Syndrom bei Hunden
Morbus Cushing, auch Hyperadrenokortizismus genannt, ist eine Hormonstörung, die durch eine längere Exposition gegenüber hohen Cortisolspiegeln verursacht wird. Cortisol ist ein von den Nebennieren produziertes Hormon, das verschiedene Körperfunktionen reguliert. Es gibt zwei Hauptformen des Morbus Cushing bei Hunden: die hypophysenabhängige und die nebennierenabhängige.
- Hypophysenabhängiges Cushing-Syndrom: Dies ist die häufigste Form. Sie wird durch einen Tumor in der Hypophyse verursacht, der zu einer übermäßigen Produktion des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) führt.
- Nebennierenabhängiges Cushing-Syndrom: Diese Form wird durch einen Tumor in der Nebenniere selbst verursacht, der zu einer übermäßigen Cortisolproduktion führt.
Zu den Symptomen des Cushing-Syndroms können vermehrter Durst, vermehrter Harndrang, gesteigerter Appetit, ein dickbäuchiges Aussehen, Haarausfall und Hautprobleme gehören. Die Diagnose umfasst in der Regel Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren. Die Behandlungsmöglichkeiten variieren je nach Art des Cushing-Syndroms und können Medikamente oder eine Operation umfassen.
Diabetes mellitus bei Hunden
Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselerkrankung, die durch einen hohen Blutzuckerspiegel aufgrund unzureichender Insulinproduktion oder ineffektiver Insulinanwendung gekennzeichnet ist. Insulin ist ein von der Bauchspeicheldrüse produziertes Hormon, das Glukose zur Energiegewinnung in die Zellen transportiert. Bei Hunden mit Diabetes reichert sich Glukose im Blutkreislauf an, was zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führt.
Typische Symptome von Diabetes bei Hunden sind vermehrter Durst und Harndrang, Gewichtsverlust trotz gesteigertem Appetit und Lethargie. Die Diagnose erfolgt typischerweise durch Blut- und Urinuntersuchungen. Die Behandlung umfasst in der Regel tägliche Insulininjektionen und eine angepasste Ernährung zur Regulierung des Blutzuckerspiegels.
Tumore, die die Hormonproduktion beeinträchtigen
Bestimmte Tumore können die normale Hormonproduktion bei Hunden stören und zu hormonellen Ungleichgewichten führen. Beispielsweise können Tumore der Nebennieren, der Hypophyse oder der Bauchspeicheldrüse Hormone ausschütten, die das endokrine System beeinträchtigen. Diese Tumoren können je nach den betroffenen Hormonen unterschiedliche Symptome verursachen.
Die Diagnose umfasst häufig bildgebende Verfahren und Hormonspiegelbestimmungen. Je nach Art und Lage des Tumors können Operationen, Chemotherapie oder Strahlentherapie zum Einsatz kommen.