Flugreisen mit einem Assistenzhund erfordern sorgfältige Planung und ein Verständnis der Flugvorschriften. Zu wissen, was Sie beim Fliegen mit einem Assistenzhund erwartet, ist entscheidend für eine reibungslose und stressfreie Reise für Sie und Ihren vierbeinigen Begleiter. Dieser Leitfaden bietet einen detaillierten Überblick über die Anforderungen, Verfahren und bewährten Vorgehensweisen für ein komfortables und konformes Flugerlebnis.
Die Vorschriften für Assistenzhunde im Flugverkehr verstehen
Das US-Verkehrsministerium (DOT) hat spezielle Regeln für Assistenztiere auf Flügen erlassen. Diese Vorschriften sollen die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen gewährleisten und gleichzeitig die Sicherheit und Ordnung im Flugzeug gewährleisten. Sich mit diesen Regeln vertraut zu machen, ist der erste Schritt bei der Reisevorbereitung.
Ein Assistenztier ist ein Hund, unabhängig von Rasse oder Art, der individuell darauf trainiert ist, Arbeiten oder Aufgaben zum Wohle einer qualifizierten Person mit einer Behinderung zu verrichten, sei es körperlich, sensorisch, psychiatrisch, intellektuell oder anderweitig geistig behindert. Die vom Assistenztier ausgeführten Arbeiten oder Aufgaben müssen in direktem Zusammenhang mit der Behinderung der Person stehen.
Fluggesellschaften sind verpflichtet, Assistenztiere kostenlos zu transportieren, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Diese Bedingungen umfassen in der Regel Dokumentations- und Verhaltensanforderungen, die wir in den folgenden Abschnitten erläutern.
Wichtige Unterlagen und Benachrichtigung der Fluggesellschaft
Vor Ihrem Flug müssen Sie die erforderlichen Unterlagen zusammenstellen und die Fluggesellschaft über Ihre Absicht informieren, mit einem Assistenzhund zu reisen. Dieses proaktive Vorgehen kann dazu beitragen, Probleme am Flughafen zu vermeiden.
- DOT-Formular für den Lufttransport von Servicetieren: Fluggesellschaften verlangen in der Regel, dass Sie dieses Formular ausfüllen, um die Ausbildung, den Gesundheitszustand und das Verhalten des Hundes zu bestätigen. Das Formular bestätigt, dass das Tier keine direkte Gefahr für die Gesundheit oder Sicherheit anderer darstellt.
- Tierärztliches Gesundheitszeugnis: Stellen Sie sicher, dass Ihr Assistenzhund über ein aktuelles Gesundheitszeugnis eines zugelassenen Tierarztes verfügt. Dieses Zeugnis bestätigt, dass der Hund frei von ansteckenden Krankheiten und flugtauglich ist.
- Impfausweis: Halten Sie den Impfausweis Ihres Assistenzhundes griffbereit. Fluggesellschaften können einen Impfnachweis verlangen, insbesondere gegen Tollwut.
- Vorabinformation: Informieren Sie die Fluggesellschaft mindestens 48 Stunden vor Ihrem geplanten Flug darüber, dass Sie mit einem Assistenzhund reisen. So kann die Fluggesellschaft sich entsprechend vorbereiten und die notwendige Unterstützung leisten.
Das Einreichen des DOT-Formulars ist unerlässlich. Damit bestätigen Sie, dass Sie die Vorschriften verstanden haben und sich für das angemessene Verhalten Ihres Hundes während des Fluges einsetzen.
Vorbereitung Ihres Assistenzhundes auf den Flug
Die Vorbereitung Ihres Assistenzhundes auf den Flug ist für sein Wohlbefinden unerlässlich. Ein gut vorbereiteter Assistenzhund bleibt während der gesamten Reise eher ruhig und konzentriert.
- Toilettenpause: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Assistenzhund vor dem Einsteigen ins Flugzeug ausreichend Gelegenheit hat, sich zu erleichtern. Dies minimiert die Wahrscheinlichkeit von Unfällen während des Fluges.
- Gewöhnung: Wenn möglich, machen Sie Ihren Assistenzhund schon vor dem eigentlichen Reisetag mit der Flughafenumgebung vertraut. So kann er sich an die Sehenswürdigkeiten, Geräusche und Gerüche gewöhnen und Ängste abbauen.
- Trostartikel: Bringen Sie vertraute Gegenstände wie eine Lieblingsdecke oder ein Lieblingsspielzeug mit, um Ihrem Assistenzhund während des Fluges Trost und Sicherheit zu bieten.
- Flüssigkeitszufuhr: Bieten Sie Ihrem Assistenzhund vor und nach dem Flug Wasser an. Bringen Sie am besten einen faltbaren Napf mit, damit er sich leichter mit Flüssigkeit versorgen kann.
Eine gute Vorbereitung trägt wesentlich zu einem stressfreien Reiseerlebnis für Ihr Begleittier und Ihre Mitreisenden bei.
Flughafenverfahren und Sicherheitskontrollen
Die Flughafenabläufe mit einem Assistenzhund erfordern Geduld und Verständnis. Seien Sie auf Sicherheitskontrollen und mögliche Interaktionen mit dem Flughafenpersonal vorbereitet.
- TSA-Kontrolle: Sie und Ihr Assistenzhund müssen eine Sicherheitskontrolle durchlaufen. Ihr Assistenzhund wird wahrscheinlich mit einem Metalldetektor oder einem Handdetektor durchleuchtet.
- Leine und Geschirr: Ihr Assistenzhund muss im Flughafen und im Flugzeug jederzeit an der Leine oder am Geschirr geführt werden, es sei denn, dies beeinträchtigt die Fähigkeit des Hundes, seine Aufgaben zu erfüllen.
- Identifikation: Stellen Sie sicher, dass Ihr Assistenzhund eindeutig als Assistenztier gekennzeichnet ist. Dies kann durch eine Weste, ein Geschirr oder einen Ausweis gewährleistet werden.
- Bereiten Sie sich auf Fragen vor: Das Flughafenpersonal stellt Ihnen möglicherweise Fragen zur Ausbildung Ihres Assistenzhundes und seinen Aufgaben. Beantworten Sie diese Fragen ruhig und präzise.
Die Zusammenarbeit mit dem Flughafenpersonal und die Einhaltung der Sicherheitsprotokolle tragen dazu bei, den Screening-Prozess zu beschleunigen.
Verhaltensregeln und Hinweise während des Fluges
Die Einhaltung der richtigen Verhaltensregeln während des Fluges ist unerlässlich, um allen an Bord ein angenehmes Erlebnis zu gewährleisten. Berücksichtigen Sie die Bedürfnisse Ihres Assistenzhundes und Ihrer Mitreisenden.
- Sitzplätze: Assistenzhunde dürfen in der Regel auf dem Boden vor dem Sitz ihres Hundeführers sitzen. Achten Sie darauf, dass Ihr Assistenzhund weder den Gang blockiert noch den Platz anderer Passagiere einschränkt.
- Verhalten: Ihr Assistenzhund muss sich jederzeit gut benehmen und unter Ihrer Kontrolle sein. Übermäßiges Bellen, Springen oder andere störende Verhaltensweisen sind nicht erlaubt.
- Sauberkeit: Seien Sie darauf vorbereitet, die Hinterlassenschaften Ihres Assistenzhundes zu beseitigen. Bringen Sie Kotbeutel und Reinigungsmittel mit, um eventuelle Unfälle zu vermeiden.
- Respektieren Sie andere Passagiere: Nehmen Sie Rücksicht auf andere Passagiere, die möglicherweise Allergien oder Phobien gegenüber Hunden haben. Halten Sie respektvollen Abstand und gehen Sie umgehend auf etwaige Bedenken ein.
Rücksichtnahme auf andere trägt zu einer positiven und integrativen Reiseumgebung bei.
Mögliche Herausforderungen und wie man sie bewältigt
Trotz sorgfältiger Planung können während Ihres Fluges unerwartete Herausforderungen auftreten. Wenn Sie darauf vorbereitet sind, können Sie Stress und Störungen minimieren.
- Verspätungen oder Annullierungen: Flugverspätungen oder -annullierungen können besonders herausfordernd sein, wenn Sie mit einem Assistenzhund reisen. Bleiben Sie über den Status Ihres Fluges informiert und seien Sie bereit, Ihre Pläne entsprechend anzupassen.
- Medizinische Notfälle: Im Falle eines medizinischen Notfalls mit Ihrem Assistenzhund wenden Sie sich sofort an das Flugpersonal.
- Beschwerden von Passagieren: Wenn ein Passagier Bedenken bezüglich Ihres Assistenzhundes äußert, sprechen Sie das Problem ruhig und respektvoll an. Erklären Sie ihm die Rolle des Hundes und Ihre Rechte als Hundeführer.
- Missverständnisse beim Flugpersonal: Manchmal ist das Flugpersonal mit den Vorschriften für Assistenztiere nicht vertraut. Informieren Sie es höflich über die DOT-Regeln und Ihre Rechte.
Wenn Sie ruhig und bestimmt bleiben, können Sie diese Herausforderungen erfolgreich meistern.
Ankunft und Verfahren nach dem Flug
Bei der Ankunft an Ihrem Zielort sind einige Schritte nach dem Flug zu beachten. Diese Schritte sorgen für einen reibungslosen Übergang vom Flughafen zu Ihrem Zielort.
- Toilettenpause: Geben Sie Ihrem Assistenzhund sofort nach dem Verlassen des Flugzeugs und des Flughafens die Möglichkeit, sich zu erleichtern.
- Flüssigkeitszufuhr und Nahrung: Bieten Sie Ihrem Diensthund nach dem Flug Wasser und Nahrung an, um seinen Energiehaushalt wieder aufzufüllen.
- Gewöhnung an die neue Umgebung: Geben Sie Ihrem Assistenzhund Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Neue Eindrücke, Geräusche und Gerüche können überwältigend sein. Sorgen Sie daher für eine ruhige und beruhigende Präsenz.
- Überprüfen Sie Ihre Besitztümer: Stellen Sie sicher, dass Sie alle Ihre Besitztümer haben, einschließlich der Komfortartikel und Dokumente Ihres Assistenzhundes.
Wenn Sie diese Schritte unternehmen, wird Ihr Assistenzhund sich an Ihrem Zielort gut einleben.
Ressourcen für Assistenzhundeführer
Es gibt verschiedene Organisationen und Ressourcen, die Assistenzhundeführer unterstützen. Diese Ressourcen bieten wertvolle Informationen, Unterstützung und Fürsprache.
- US-Verkehrsministerium (DOT): Auf der Website des DOT finden Sie umfassende Informationen zu den Vorschriften für Servicetiere im Flugverkehr.
- Assistance Dogs International (ADI): ADI ist ein Zusammenschluss gemeinnütziger Assistenzhundeorganisationen. Auf der Website finden Sie Ressourcen und Informationen zu Standards und Ausbildung von Assistenzhunden.
- Disability Rights Education & Defense Fund (DREDF): DREDF ist ein nationales Rechts- und Politikzentrum, das sich dem Schutz und der Förderung der Bürgerrechte von Menschen mit Behinderungen widmet.
- Websites der Fluggesellschaften: Jede Fluggesellschaft hat ihre eigenen Richtlinien für Assistenztiere. Detaillierte Informationen finden Sie auf der Website der jeweiligen Fluggesellschaft.
Die Nutzung dieser Ressourcen kann Ihnen dabei helfen, auf dem Laufenden zu bleiben und für Ihre Rechte als Diensthundeführer einzutreten.
Abschluss
Das Fliegen mit einem Assistenzhund erfordert sorgfältige Vorbereitung und die Einhaltung bestimmter Vorschriften. Wenn Sie die Anforderungen verstehen, Ihren Assistenzhund vorbereiten und die richtige Flugetikette einhalten, gewährleisten Sie eine sichere und angenehme Reise für Sie und Ihren vierbeinigen Begleiter. Nutzen Sie die verfügbaren Ressourcen und setzen Sie sich für Ihre Rechte als Assistenzhundeführer ein.
Mit der richtigen Planung kann das Fliegen mit einem Assistenzhund eine positive und stärkende Erfahrung sein, die Ihnen mehr Unabhängigkeit und Selbstvertrauen beim Reisen ermöglicht. Genießen Sie die Reise und die Gesellschaft Ihres treuen Assistenzhundes.
Gute Reise!
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Fliegen mit einem Assistenzhund
Nein, Fluggesellschaften dürfen für den Transport von Assistenzhunden keine zusätzlichen Gebühren erheben. Sie gelten als Teil der notwendigen Unterbringung aufgrund Ihrer Behinderung.
In der Regel müssen Sie das DOT-Formular für den Lufttransport von Servicetieren ausfüllen und ein aktuelles tierärztliches Gesundheitszeugnis sowie Impfnachweise bereithalten. Fluggesellschaften können diese Dokumente anfordern.
Fluggesellschaften können einen Assistenzhund ablehnen, wenn dieser eine direkte Gefahr für die Gesundheit oder Sicherheit anderer darstellt, den Flugbetrieb stört oder gegen Gesundheitsvorschriften verstößt. Deshalb ist das DOT-Formular wichtig.
Assistenzhunde sitzen in der Regel auf dem Boden vor dem Sitz ihres Hundeführers. Sie sollten weder den Gang blockieren noch den Platz anderer Passagiere beeinträchtigen.
Es wird empfohlen, die Fluggesellschaft mindestens 48 Stunden vor Ihrem geplanten Flug zu benachrichtigen, damit sie sich entsprechend vorbereiten und die erforderliche Unterstützung leisten kann.
Bereiten Sie sich darauf vor, die Hinterlassenschaften Ihres Assistenzhundes zu beseitigen, falls ein Unfall passiert. Bringen Sie hierfür Kotbeutel und Reinigungsmittel mit. Wenden Sie sich bei Bedarf an ein Flugpersonal.
Ja, für psychiatrische Assistenzhunde gelten die gleichen DOT-Vorschriften wie für andere Assistenzhunde. Sie müssen für eine bestimmte Aufgabe ausgebildet sein, um den Hundeführer bei seiner Behinderung zu unterstützen, und unterliegen den gleichen Dokumentations- und Verhaltensanforderungen.
Generell dürfen Fluggesellschaften von Assistenzhunden keinen Maulkorb verlangen, es sei denn, der Hund stellt eine direkte Gefahr für die Gesundheit oder Sicherheit anderer dar. Hat eine Fluggesellschaft Bedenken hinsichtlich des Verhaltens eines Hundes, sollte sie diese mit dem Hundeführer besprechen, bevor sie eine Maulkorbpflicht einführt.